Missachtung einer vorliegenden Patientenverfügung

Wenn Du als Patient eine sogenannte Patientenverfügung erstellst, dann machst Du dies aus dem Grund, dass Du möglicherweise Maßnahmen, welche Dich künstlich am Leben erhalten ablehnst oder nicht möchtest, dass man Dich, wenn dies medizinisch notwendig sein sollte, um Dein Leben zu retten wiederbelebt wirst. Wenn Du diesen Willen in einer gültigen und wirksamen Patientenverfügung geäußert hast, dann ist diese Patientenverfügung für den Arzt vollkommen und ganz und gar verbindlich.

Die Verbindlichkeit der Patientenverfügung
Wenn ein Patient die Patientenverfügung erstellt hat und diese die korrekte Form und die korrekten Angaben enthält, so wie diese von dem Bundesgerichtshof bestimmt worden sind und die Patientenverfügung auch nicht mehr angezweifelt oder von Angehörigen der Familie angeklagt werden kann, muss sich der Arzt, welcher Dich behandelt, an diese Patientenverfügung halten. Denn diese kommt nur dann zum Einsatz, wenn Du selbst Deinen Willen nicht mehr mitteilen und kommunizieren kannst. Aus diesem Grund ist es gesetzliche geregelt und die Pflicht des Arztes, dass auch dieser an Deinen Willen hält und diesen durchführt, sofern Du Dir keinen illegalen Maßnahmen, wie zum Beispiel eine aktive Sterbehilfe wünscht. In diesem Fall muss der Arzt Deine Patientenverfügung missachten, weil diese ungültig ist und er sich durch das Respektieren Deines Willens strafbar machen würde.

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Alternative:

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Was passiert, wenn der Arzt den Patientenwillen trotz gültiger und verbindlicher Patientenverfügung missachtet?
Missachtet der Arzt die Patientenverfügung, auch wenn diese gültig und wirksam ist, dann macht sich der Arzt durch diese. Missachtung strafbar. Denn Du kannst über Dich selbst entscheiden und Dein Wille muss respektiert werden. Gerade weil Du Deinen Willen nicht selbst kommunizieren kannst, musst Du Dich darauf verlassen können, dass der Arzt Deinen Willen erfüllt. Tut er dies nicht und missachtet er die Patientenverfügung, sprich: handelt er nach seinen eigenen moralischen Ansichten oder nach den medizinischen Maßnahmen, welche dafür sorgen, dass Du am Leben erhalten wirst, macht sich der Arzt in diesem Fall wegen Körperverletzung strafbar.

Ein Beispiel:
Ein gutes Beispiel ist das Anlegen von einem Zugang in den Magen. Hast Du zuvor in der Patientenverfügung ausdrücklich festgehalten, dass Du einen solchen Zugang in den Magen ablehnst, dann macht sich der Arzt strafbar, wenn dieser Deine Patientenverfügung kennt und gegen Deinen ausdrücklichen Willen handelt.

Voraussetzungen
Damit sich der Arzt auch wirklich an die Patientenverfügung halten muss und Deinen Willen so durchführt, wie Du das möchtest und wie Du Dir das vorstellst, solltest Du immer sicher stellen, dass Deine Patientenverfügung vollkommen rechtskräftig ist. Das ist leider, entgegen der Annahme vieler Menschen, nicht immer der Fall. Das führt dann dazu, dass der Arzt die Maßnahmen anzweifeln und nach medizinischer Sicht handeln kann. Und laut dieser muss der Arzt alles notwendige machen, um Dich als Patienten am Leben zu erhalten.

Deshalb solltest Du für die Erstellung einer Patientenverfügung auch immer einen amtlichen Berater hinzuziehen und die Patientenverfügung von einem Notar oder von einem Rechtsanwalt ausstellen lassen. Ziehe auch immer einen Arzt zur Seite, um dich gut und einwandfrei über die medizinischen Maßnahmen aufklären lassen zu können.
So können unklare Fälle und auch Streitfälle zwischen Ärzten und Patienten oder Ärzten und den. Angehörigen vermeiden werden. Zwar ist es kann man sich bei der Missachtung der Patientenverfügung durch den Arzt an eine entsprechende Beratungsstelle wenden, doch man erspart sich viel Mühe und Ärger, wenn man eine rechtlich gültige und wirksame Patientenverfügung besitzt.

Die Ausnahme
Wenn ein Notfall vorliegt und ein Arzt zu einem Einsatz gerufen wird dann geht dieser zuerst immer seiner Pflicht nach. Und die Pflicht vom einem Notarzt ist jene, das Leben der Patienten zu retten, zu welchen er gerufen wird. In diesem Fall hat der Notarzt keine Zeit nach einer möglichen Patientenverfügung zu fragen und zu warten, bis diese vor Ort ist. Missachtet der Arzt somit auf Grund eines Notfalls die Patientenverfügung macht er auch nicht strafbar.